DiscoverAround

SEHENSWERT

Park Frankendael

Amsterdam · Sehenswert · Gratis

Das letzte Landgut aus dem 17. Jahrhundert innerhalb der Stadt, mit einem Ziergarten und einem Torbogen als Ruine.

★ 4,6 Google★ 4,4 TripAdvisor

Ein Landgut mitten in der Stadt

Frankendael ist das letzte seiner Art im Amsterdamer Watergraafsmeer. Der Polder wurde 1629 trockengelegt, und in den folgenden zwei Jahrhunderten entstanden hier mehr als vierzig Bauernhöfe und Landgüter. Nur dieses eine ist erhalten. Das andere noch bestehende Landgut der Stadt, Amstelrust, liegt woanders.

Der Park liegt etwa zwanzig Minuten zu Fuß vom Wereldmuseum entfernt. Heute umfasst er 18 Hektar und ist kostenlos zugänglich. Das Haus steht am östlichen Ende, am Middenweg 72. Davor findest du einen Kanal, einen Brunnen und eine Rasenfläche. Hinter dem Haus öffnet sich der Garten zum weiteren Park.

Von Balde zur Stadt

Das erste Haus wurde wahrscheinlich um 1659 gebaut. 1695 wurde Izaak Balde Besitzer und gab dem Landgut seinen Namen. Er übernahm ihn von Frankenthal, einer Zuflucht für Protestanten bei Worms, wo sein Großvater einst Schutz gefunden hatte. Bis 1733 wurde weitergebaut, dann bekam das Haus sein heutiges Aussehen: eine Backsteinfassade in rotem Ziegel im niederländischen Louis-quatorze-Stil.

1783 ließ der Besitzer Jan Gildemeester Janszoon das Eingangstor vom Architekten Jacob Otten Husly entwerfen. Sein Wappen ist darauf zu sehen. Später wechselten die Besitzer. Pieter Proot gab hier zwischen 1849 und 1866 Feste und Bankette. 1882 kaufte die Stadt das Gelände. Ab 1930 arbeitete hier die städtische Gärtnerei, und auch eine Gartenbauschule nutzte das Gelände.

Das Freilicht-Sommertheater von 1927 bis 1956 fand im Garten statt. 1957 lud die Stadt den Architekten Ben Merkelbach ein, in dem heruntergekommenen Haus zu wohnen. Er restaurierte es, und seine Stieftochter Cecilia Lichtveld war bis 2004 die letzte Bewohnerin.

Den Park selbst gibt es, weil jemand nicht aufgegeben hat. Als die Schule 1998 schloss, plante Amsterdam, auf dem Gärtnereigelände Wohnungen zu bauen. Der Bauunternehmer Elgar Vos startete eine Kampagne für einen Park. Die Muiderpoort, zwanzig Gehminuten entfernt, ist eines der alten Stadttore. Hier draußen stand man mitten im offenen Polder.

Worauf du am Haus achten solltest

Beginne an der Vorderseite. Der Marmorbrunnen zeigt Arion auf seinem Delfin, mit Amphitrite und Poseidon zu beiden Seiten. Der Bildhauer Ignatius van Logteren schuf ihn 1714. Er wurde 1770 gekauft und stammt vom Landgut Driemond bei Weesp.

Zwei Statuen stehen links und rechts vor dem Haus: Bacchus links und Ceres rechts. Die Quelle nennt insgesamt vier Statuen aus dem frühen 18. Jahrhundert. Schau dir auch das Tor an, mit Huslys Linien und dem Wappen der Gildemeesters.

Das alte Kutschenhaus ist heute ein Restaurant, das nach Merkelbach benannt ist. Der Garten hinter dem Haus wurde restauriert, mit Parterres im Régence-Stil, die zeigen, wie solche Gärten um 1740 aussahen. 2008 fanden Archäologen im hinteren Teil des Geländes die möglichen Fundamente der alten Orangerie.

Draußen im Park

Geh weiter, dann kommst du zu einer kleinen Insel, die eine kleine Brücke mit dem Weg verbindet. Dort steht die Hermitage, eine Zierruine, kurz vor 1820 als Nachbildung einer Ruine gebaut. Sie sollte alt aussehen, und das tut sie noch immer.

Auf der großen Wiese gleich westlich des Hauses siehst du vielleicht ein großes geflochtenes Weidenkunstwerk mit dem Namen Slag om het Watergraafsmeer, die Schlacht um den Watergraafsmeer. Hinter dem Parkrand liegt Tuindorp Frankendael, das kurz nach dem Zweiten Weltkrieg gebaute Gartendorf, das nach dem Landgut benannt ist.

Bevor du hingehst

  • Das Haus steht am Middenweg 72 in Amsterdam-Oost. Der Park ist unter freiem Himmel und kostenlos zugänglich.
  • Komm an einem trockenen Tag. Die Wege sind größtenteils flach, normale Wanderschuhe reichen also.
  • Schau dir den Brunnen und das Eingangstor zuerst von außen an und geh dann um das Haus herum zum restaurierten Garten.
  • Geh weiter zur Hermitage auf ihrer Insel. Das ist der beste Platz für Fotos der Zierruine.
  • Bring etwas zu trinken oder ein Picknick mit. Im Kutschenhaus gibt es ein Restaurant, wenn du dich hinsetzen möchtest.

Was Leute sagen